BFH: Familienheimprivileg erfordert Einzug binnen 6 Monaten 

Steuerbefreiung für Familienheim im Fall der Renovierung. Der BFH hat entschieden, dass Kinder eine von ihren Eltern bewohnte Immobilie steuerfrei erben können, wenn sie die Selbstnutzung als Wohnung innerhalb von sechs Monaten nach dem Erbfall aufnehmen.

Kontovollmacht und Abhebungen zu Lebzeiten des Erblassers

Nicht selten erhält ein Angehöriger von einem (späteren) Erblasser Bankvollmacht, um sich um dessen tägliche Bankgeschäfte zu kümmern. Die Bankvollmacht beinhaltet dabei regelmäßig auch die Ermächtigung, Beträge in bar abzuheben oder zu überweisen. Darin liegt ein enormer Vertrauensvorschuss, der durch den Bevollmächtigten auch ausgenutzt und missbraucht werden könnte. Es mag danach an den Erben gelegen sein, die lebzeitigen Vorgänge aufzuklären und ggf. Ersatz für unrechtmäßige Verfügungen zu erlangen.

Pflichtteilsrecht: Anspruch auf Vorlage eines notariellen Nachlassverzeichnisses trotz Dürftigkeitseinrede des Erben bei Kostenübernahme durch den Pflichtteilsberechtigten. OLG München, Urteil vom 01.06.2017 - 23 U 3956/16

 

Neues zur Erbschaftsteuer für im Inland belegenes unbewegliches Vermögen

Beschränkt Steuerpflichtigen steht für den Erwerb beim Tod des Ehegatten der Freibetrag nach § 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG in Höhe von 500.000 € unabhängig vom Anteil des inländischen Vermögens am Gesamterwerb in voller Höhe zu (Bundesfinanzhof, Urteil vom 10.05.2017, Az. II R 53/14)

Eltern können ihren Kindern eine selbstbewohnte Immobilie unter bestimmten Umständen erbschaftsteuerfrei vererben. Dies setzt jedoch voraus, dass die Kinder nach dem Erbfall die Selbstnutzung fortführen und mindestens 10 Jahre beibehalten. Zum Begriff der Selbstnutzung hat der Bundesfinanzhof in seiner jüngsten Entscheidung Stellung genommen.

Europäische Erbrechtsverordnung – welches Erbrecht gilt?

Seit dem 17.08.2015 regelt die Europäische Erbrechtsverordnung, welches Erbrecht bei einem internationalen Erbfall anzuwenden ist. Gerichte und andere Organe der Rechtspflege haben in den Staaten der EU (außer im Vereinigten Königreich, in Irland und in Dänemark) danach zu beurteilen, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall einen Auslandsbezug hat.


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